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Thoughts: das Standing der Frau in Tirol

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Heute möchte ich über ein, für mich doch wichtiges, Thema schreiben: die Gleichstellung der Frau zum Mann. Keinesfalls wird das ein feministischer Beitrag, da ich einfach finde, dass egal welches Geschlecht man hat, die gleichen Rechte vorhanden sein sollten. So ist es in meiner Denkweise selbstverständlich, dass aus zwei Bewerbern, einer Frau und einem Mann, jene Person bevorzugt wird, die klar die bessere Qualifikation und Erfahrung hat. Und sollten beide genau gleich gestellt sein, entscheide ich durch Zufall, oder beispielsweise per alphabetischer Reihenfolge.

In Tirol ist dieser Gedanke wohl noch nicht ganz angekommen (ich habe schon zu viele Handwerker-Termine erlebt, wo ich als Frau niedergeredet wurde, Dinge vereinbart wurden, die im Nachhinein hinfällig waren, und erst als mein Freund angerufen hat, alles plötzlich kein Thema mehr war – in dieser Branche speziell denke ich aber auch, dass es in anderen Bundesländern nicht besser abläuft 😉 ).

Nun zu meinem gestrigen Erlebnis

Gestern war ich im Gemeindeamt einer (oder eben ‚meiner‘) Tiroler Gemeinde im Umkreis von Innsbruck, um dort die Jahresration an Müllsäcken für 2016 abzuholen. Nichts ungewöhnliches daran – außer der Tatsache, dass ich für Restmüll, Plastik und Biomüll ‚gebrandete‘ Müllsäcke der besagten Gemeinde verwenden MUSS, und nicht, wie ich es aus Linz kenne, meine eigenen Sackerl in welcher Farbe und Größe auch immer im Geschäft kaufen kann und diese dann entsorge 😀

Nun ja, damit Gemeinde X weiß, welche Bewohner der Häuser und Wohnungen die Säcke bereits abgeholt haben, gibt es eine Liste der Einwohner nach Adresse sortiert. Zu meiner Verwunderung habe ich aber nicht meinen Namen darauf gefunden, sondern nur jenen meines männlichen Pendants und besserer Hälfte, um bei den Floskeln zu bleiben. Nicht weiter schlimm denke ich mir, bis ich stutzig wurde: warum steht er, und nicht ich darauf, wie es alphabetisch gefordert wäre? Oder wir beide? Und komischerweise dürfte es in dieser Gemeinde einen unnatürlichen Überschuss an Männern geben, da in 90% der Zeilen über und unter uns ein Mann als Bewohner aufscheint?

Mal der Logik nach: Alphabetisch würde VOR meinem Freund aufscheinen, wir sind beide gleichwertige Eigentümer mit je 50% Anteil an der Wohnung, und haben zum selben Zeitpunkt unseren Hauptwohnsitz hier gemeldet. Welchen Grund gibt es dann, dass

  • ich gar nicht aufscheine
  • oder nicht einfach die jeweiligen Eigentümer gelistet sind?

Das liegt wohl daran, beantworte ich mir rasch selbst, dass mein Vorname nicht Julian lautet sondern Julia, und ich dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werde.

 

Es geht hier zwar um eine Kleinigkeit, aber eine gewisse Gleichstellung, selbst bei den banalsten Angelegenheiten, darf ich sehr wohl einfordern. Ich habe auch direkt darauf hingewiesen, ob ich, da ich nicht auf der Liste aufscheine, trotzdem das Recht zur Unterschrift habe (vielleicht wird einem das ja als nächstes streitig gemacht), aber das war wohl eine zu wenig offensive Herangehensweise, denn es wurde nur erläutert, dass immer nur eine Person auf der Liste aufscheinen kann (und gaaaanz zufällig sind das alle Männer der Gemeinde). Nächstes Mal reagiere ich hier offensiver, das habe ich mir geschworen.

Es geht mir hier einfach um das Prinzip: warum sollte bei gleicher Leistung, Eigentumsverhältnis und sonstigen Voraussetzungen nicht jene Person bevorzugt werden, die dem Alphabet nach zuerst aufscheinen würde, sondern wird hier ganz klar das Geschlecht bevorzugt?

 

Was denkt ihr darüber? Bin ich hier zu kritisch oder denkt ihr auch, dass eine unfaire Behandlung im Alltag schon kleine, eher unwichtige Dinge als Basis hat?

 

Liebe Grüße,

Julia

 

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